Gewitter und Blitze Fotografieren

In den letzten paar Tagen sind in vielen Teilen der Schweiz heftige Gewitter vorbeigezogen. Diese Launen der Natur sind wunderbar anzuschauen. Ein kleiner Traum eines jeden Fotografen ist es einen solchen Blitz einfangen zu können.

In diesem Artikel möchte ich ein paar Tipps und Tricks abgeben, wie Ihr bessere Blitz und Gewitter Aufnahmen machen könnt.

Folgendes Fotozubehör benötigst Du für Blitze und Gewitter:

– Eine Spiegelreflexkamera oder Systemkamera mit der Möglichkeit Blende und Verschlusszeit manuell einzustellen.
– Ein Stativ welches genügend robust ist.
– Je nach Situation einen Regenschutz für Dich und die Kamera.
– Einen Fernauslöser (optional kann das Bild aber auch mit dem Selbstauslöser gemacht werden).
Graufilter für Aufnahmen bei Tag.

Auch das Fotografieren von Blitzen sollte geplant werden. Wird am Morgen im Wetterbericht kein Gewitter angekündigt, so sind die Erfolgsaussichten bereits schlecht und ich würde an diesem Tag andere Sachen fotografieren. Eine besonders gute App gibt es für die Schweiz von METEOSCHWEIZ, welche auch eine Timeline mit Niederschlag und Gewitterwarnung für Orte in der Schweiz zur Verfügung stellt.

wetter_app

Ist nun ein Gewitter gemeldet ist es von Vorteil bereits frühzeitig in die Region zu gehen und einige geeignete Bildausschnitte der Landschaft oder der Lokalität zu bestimmen. Nun ist es wichtig, dass Ihr das aufziehende Gewitter beobachtet und die Richtung in welche das Gewitter zieht bestimmen könnt. Die besten Bilder gibt es nicht aus dem Zentrum des Gewitters sondern am Rande. Ihr habt ja nun bereits die Kamera auf dem Stativ montiert und einen schönen Bildausschnitt gewählt, jetzt geht es an die Kamera-Einstellungen. Die Illusion bei der Aufnahme von Blitzen besteht darin, dass der Auslöser der Kamera in dem Augenblick gedrückt werden muss an dem der Blitz über den Himmel zuckt. Dies ist zwar möglich, aber die Chance auf ein gutes Bild ist klein. Besser ist es mit einer langen Verschlusszeit zu fotografieren. Die Nachtaufnahme mit dem Blitz und dem Auto wurde mit 30 Sekunden belichtet.
blitz_auto_0614

Bild: Die Konturen des Autos haben ich während den 30 Sekunden Belichtungszeit mit einer LED-Taschenlampe beleuchtet.

 Jeder Blitz, welcher in diesen 30 Sekunden über den Himmel zuckt wird auch auf dem Bild dargestellt. Ist das Gewitter heftig und es blitzt schnell hintereinander, so empfehle ich Euch die Verschlusszeit zu verkürzen. Bei Gewittern am Tag wird das Problem darin bestehen, dass die Verschlusszeit wegen dem vielen Licht nicht genug lang eingestellt werden kann. Hier hilft Euch ein Graufilter. Dieses Filter wird je nach Durchlässigkeit so viel Licht wegnehmen wie es für die Langzeitbelichtung braucht. Für diese Art Aufnahmen stelle wir das Belichtungsprogramm auf Blendenvorwahl. In dieser Einstellung kann nun die Blende so gewählt werden, dass eine genügend lange Verschlusszeit entsteht. Mit Vorteil wird eine Blende im Bereich 8-16 gewählt, so bleibt die Qualität des Objektivs am besten. Möchte Du die Blitze nun noch ein wenig heller oder dunkler abbilden, kann an der Funktion „Belichtungskorrektur“ der Kamera plus oder minus korrigiert werden. Die ISO-Zahl wird so tief wie möglich gehalten, damit kein unnötiges Bildrauschen entsteht. Sollte es mal passieren, dass ein Gewitter trotzdem direkt auf Euch zukommt, so empfehle ich einen guten Regenschutz für Euch und die Kamera.

Ich wünsche Euch viel Spass beim Versuchen!

Fotografische Grüsse

Patrik Oberlin