Ich habe auf meiner letzten Fotoreise in die Lofoten Norwegen für
Kropf Multimedia den Kugelkopf Novoflex Classic Ball 3 getestet.
Sieben Tage lang habe ich den Kugelkopf unter extremen Bedingungen bis -14 Grad, im tiefen Schnee und am Meer getestet.

Meine Erwartungen an den Kugelkopf

Der Kugelkopf muss leicht zu bedienen sein, darf nicht all zu schwer sein und die ausgerichtete Einstellung sollte sich beim Anziehen des Kopfes nicht verstellen.

Erster Eindruck

Der Kugelkopf wirkt sehr robust, keine billigen Plastikteile und alle Einstellungen und Hebel sind übersichtlich und schon fast selbsterklärend.
Durch seine Bauart klemmt sich die Kugel von innen fest und verhindert somit ein verrutschen der Kameraposition beim Anziehen des Hebels.

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Praxis

Das Montieren auf das Stativ ist sehr leicht, wie bei fast allen Kugelköpfen. Der Kugelkopf wird auf das Stativ aufgeschraubt und mittels einer Madenschraube fixiert.

Um die Kamera auszurichten, also den Kugelkopf zu bewegen, gibt es einen kleinen Hebel. Durch das hoch oder runterklappen hat man die Möglichkeit, die Kugel mehr oder weniger hart festzuziehen. Der grosse Vorteil darin ist, dass man den Kopf ganz einfach in einer kleinen und kurzen Bewegung lösen kann und nicht ein Rädchen mehrmals in seiner eigenen Achse drehen muss bis alles hält.
Bei den meisten anderen Herstellern wird das durch ein Einstellrad gelöst, der Hebel ist mir sehr sympathisch und lässt sich auch problemlos blind und mit Handschuhen bedienen.

Der ganze Stativkopf lässt sich in der horizontalen Achse auf der Panoramaplatte um 360Grad drehen, was super ist für Panoramas. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass das Stativ gerade ausgerichtet ist.

Wie hart sich der Kugelkopf im gelösten Zustand drehen lässt, hängt von der Friktion ab, auch die wird nicht wie bei andren Hersteller mit einer Feststellschraube eingestellt, sondern mittels Einstellring. Der Vorteil ist, dass man die Friktion so stufenweise einstellen kann und bei einem Objektivwechsel in dem die Kamera leichter oder schwerer wird automatisch auf die gewünschte Stufe eingestellt werden kann.

Was mich bei vielen anderen Stativköpfen störte, war dass sich bei sehr kalten Temperaturen der Kugelkopf nur noch sehr hartnäckig drehen lies, zum Teil sogar blockierte – selbst mit sehr lockerer Friktion. Um so mehr gespannt war ich, wie sich der Classic Ball 3 verhielt.
Gleich in der zweiten Nacht hatten wir -14 Grad, es war auch die kälteste Nacht der Reise. Wir fotografierten fast die ganze Nacht hindurch und der Kopf hat sich erstaunlich gut gehalten. Es wurde dennoch bemerkbar, dass der Kugelkopf mit der Zeit ein wenig härter lief, was aber mit dem Friktionseinstellring ein wenig angepasst werden konnte. Blockiert hatte er aber niemals. Dieser Punkt hatte er also bestanden.

Ebenfalls sehr nützlich sind die drei Öffnungen für den Kugelhals welche für Hochformataufnahmen vorgesehen sind. Für mich sind diese jedoch nicht relevant, da ich einen L-Winkel an der Kamera angebracht habe – was ich übrigens jedem für die Landschaftsfotografie empfehle.

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Fazit

Ich konnte den Kugelkopf schon nach sehr kurzer Zeit blind bedienen, hatte vollstes Vertrauen, dass er meine Kamera sicher und an genau dieser Position hält, an der ich sie will und auch in den kalten Nächten der Kopf mich nicht im Stich gelassen, in dem er blockierte oder harzig wurde.
Ein Kritikpunkt für mich ist das Gewicht. 500 Gramm ist nicht gerade wenig, vor allem wenn man auf längeren Touren unterwegs ist, jedoch sind die Kugelköpfe anderer Hersteller für dieses Traggewicht in etwa gleich schwer.
Als Landschaftsfotograf mit Vollformatkamera und schwerem Weitwinkelobjektiv wie dem Nikon 14-24 mm reicht sicher vom Gewicht her der Calssic Ball 2 auch aus. Will man aber auch noch grössere Teleobjektive fixieren ist mindestens ein Classic Ball 3 notwendig.

Für mich bisher der beste Kugelkopf den ich getestet habe.

Mehr Informationen über den Novoflex Classic Ball 3 II…

Über Roman Burri

Seine Leidenschaft ist die Landschafts- und Naturfotografie. Auf seinen Touren durch die Schweiz oder im Ausland hat er schon einige einzigartige Aufnahmen machen können. In einigen Workshops gibt Roman sein Wissen und die Motivation an seine Kursteilnehmer weiter. Roman ist für Einzelcoachings im Bereich Landschaft- und Naturfotografie mit anschliessender Bearbeitung in Adobe Lightroom buchbar.

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