Ich muss hier ganz ehrlich sein… Als ich das erste mal vom Kowa TelePhoto Lens / Scope gehört habe konnte ich mir darunter nichts vorstellen. Die Idee eines Teleobjektives mit der Möglichkeit in ein Spektiv umzubauen war mir neu und ich hatte meine Vorurteile gegen diese „Weder Fisch noch Vogel Lösung“.
Diese Meinung habe ich auch dem Hersteller Kund getan. Dieser hat nicht lange diskutiert und mir ein solches Teil zum testen geschickt. Ich bin im Moment damit unterwegs und möchte meine Erfahrungen mit Ihnen Teilen.

Was ist das Kowa Telephoto Lens / Scope?
Die Idee dieser Optik ist es aus einem hochklassigen Teleobjektiv ein Spektiv zu machen und umgekehrt.
Das Objektiv hat eine Brennweite von 500mm und kann mit dem passenden Adapter an Nikon, Canon, Pentax K und Micro Four Thirds angeschlossen werden.
Mit den verschiedenen Adaptern TX07 (350mm F.4.0) TX10 (500mm F.5.6) und TX17 (800mm 9.6) kann mit verschiedenen Brennweiten fotografiert werden.
Mit der Prismaeinheit TP-88EC1 kann das Objektiv in ein Spektiv umgewandelt werden.

Die Bildqualität:
Mir wurde schnell klar, dass diese Optik nicht einfach ein billiges Spielzeug ist sondern optisch hervorragend konstruiert ist. Bei meinen Testaufnahmen konnte ich auch bei grossen Helligkeitsunterschieden keine Farbfehler feststellen. Andere günstige Teleobjektive sind da viel schlechter. Die Linsen aus Fluorit-Glas bieten dem Fotografen oder Beobachter ein sehr gute schärfe mit tollen Kontrasten und Farben, welche vergleichbar mit Top-Objektiven oder Top-Spekiven sind.
Wenn es rein nach der Bildqualität gehen würde,  ist es eine hervorragende Konstruktion. Auf der Nikon D800 sehr zu empfehlen.

Das Arbeiten:
Hier kommt aus meiner Sicht die Schwäche des Kowa Telephoto Lens / Scope zu Tage. Die Einstellung der Schärfe muss manuell gemacht werden. Wenn also schnelle Sachen wie Sport, Vögel oder Flugzeuge aufgenommen werden möchten, ist das Fingerspitzengefühl des Fotografen gefragt. Es stehen zwei Einstellringe für die Schärfeneinstellung zur Verfügung. Mit dem einen Ring wird schnell eingestellt, der andere ist für die Feinjustierung da. Es ging mir viel einfacher zu fokussieren als ich es mit vorgestellt habe. Wichtig ist bei diesen Brennweiten natürliche ein stabiles Stativ.

Mein Fazit:
Die Idee dieser Linse ist gut und eben so gut umgesetzt. Ich könnte mir doch vorstellen, dass einige, Ornithologen, Naturfotografen oder Jäger diese Art von Objektiv oder Spektiv für Ihre Anwendung einsetzen könnten. Zwei wirklich gute Linsen im gleichen Rucksack zu transportieren ist wegen dem grossen Gewicht kaum möglich. Es gibt natürlich die Möglichkeit von Digiscoping durch ein Spektiv mit Adapter. Aus Erfahrung ist dies qualitativ aber nicht ganz befriedigend. Nun könnten aber auch Kompromisse gemacht werden, ein weniger Lichtstarkes Telezoom welches leichter ist und ein leichtes Spektiv. Auch bei dieser Lösung werden Abstriche bei der Qualität gemacht.
Hier kommt nun die Kowa Telephoto Linse / Spektiv zum Einsatz. Es ist mit den Fluorit-Glas Linsen qualitativ top, ist tragbar, hat eine variable Blende und kann als Spektiv (Fernrohr) verwendet werden. Als kleiner Nachteil möchte ich hier noch mal den manuellen Fokus erwähnen. Dieser kann zwar gut eingestellt werden, erfordert aber Geschick und kann den Autofokus nicht ersetzen…

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Liebe Grüsse

Patrik Oberlin