In den Fotokursen oder im Laden fragen mich Kunden häufig nach Filtern.
Manchmal werde ich auch mit folgender Aussage konfrontiert: „Heute braucht es doch keine Filter mehr! Kann man das nachher nicht im Photoshop machen?“
Diese Aussage stimmt eben nicht! Oder habt ihr schon mal den Effekt eines Graufilters nachträglich im Photoshop eingefügt? 🙂
Der Graufilter oder Neutraldichtefilter ist ein Filter, welcher die Verschlusszeit verlängert. Ein guter Graufilter hat keinen Einfluss auf die Farben und Bildqualität. In diesem Blogbeitrag möchte ich euch zeigen, wie die verschiedenen Graufilter Einfluss auf das Bild haben. Zu diesem Zweck habe ich den Wasserfall einmal ohne Filter, mit einem IR ND 8, einem IR ND 64 und einem IR ND 1000 aufgenommen.

nisi_ir_nd_kein_test
Bild mit Nisi Polarisationsfilter ohne Graufilter 1/5 Sek. mit Blende 8. Bei diesem Bild sehen wir noch sehr viel Struktur im Wassefall. Die Wellen im Vordergrund sind noch relativ scharf Abgebildet.
nisi_ir_nd_8_test
Bild mit Nisi Polarisationsfilter und IR ND 8 -3 Blenden Graufilter 1/1.6 Sek. mit Blende 8. Hier sehen wir im Wasserfall schon weniger Struktur. Der Vordergrund wird weicher.
nisi_ir_nd_64_test.jpg
Bild mit Nisi Polarisationsfilter und IR ND 64 -6 Blenden Graufilter 15 Sek. mit Blende 8. Im Wasserfall ist bereits nur noch sehr wenig Struktur erkennbar und das Wasser im Vordergrund ist bereits sehr flach.
nisi_ir_nd_1000_test
Bild mit Nisi Polarisationsfilter und IR ND 1000 -10 Blenden Graufilter 110 Sek. mit Blende 8. Der Wasserfall ist nun sehr weich und das Wasser im Vordergrund hat keine Struktur mehr.

Es gibt hier kein bestes Bild! Es sind einfach vier verschiedene Arten, wie ein Bild gestaltet werden kann. Einige von euch finden wahrscheinlich das Bild mit der Struktur im Wasserfall schöner und einige das weiche Bild am Schluss. Dies ist dem Betrachter überlassen.

Mit einer Graufiltertabelle kann übrigens die Verschlusszeit mit den verschiedenen Graufiltern berechnet werden.
Graufiltertabelle…

Liebe Grüsse Patrik Oberlin