Gitzo 2545 Traveler

Ich habe auf meiner letzten Fotoreise in die Dolomiten für gitzo-shop.ch das Gitzo 2545 Traveler getestet.
Ich war 8 Tage mit dem Stativ unterwegs und habe es in den unterschiedlichsten Situationen eingesetzt.

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Erwartungen an das Stativ:
Mein Stativ muss bequem zu transportieren sein, schnell aufgebaut, sicher stehen und bei Langzeitbelichtungen möglichst keine Vibrationen der Umgebung und des Windes übertragen. Zudem sollte es leicht sein aber dennoch genug massiv um meine schwere Kameraausrüstung problemlos zu tragen.

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Erster Eindruck:
Ich fotografiere aktuell mit einem Gitzo Gitzo GT3542LS aus der aktuellen Serie. Im Vergleich zum neuen Traveler fällt auf, dass die Drehverschlüsse kürzer geworden sind und somit die zusammengelegte Grösse verkleinert wurde.
Wie gewohnt wirkt alles sehr hochwertig, ist durchdacht und schaut gut aus. Als Zubehör gibt es alle nötigen Schlüssel um den Kugelkopf zu befestigen und die beweglichen Teile nach zu ziehen wenn mal etwas locker sein sollte.
Zusätzlich zur langen Mittelsäule gibt es noch eine kurze ca. 10 cm lange Mittelsäule welche unten nicht herausragt um bodennahe Aufnahmen zu ermöglichen. Ein Schutzbeutel ist auch noch vorhanden.
Die Drehverschlüsse sind abgedichtet und vermindern das Eindringen von Staub und Sand, was vor allem beim Fotografieren am Strand sehr nützlich ist.
Die Stativbeine der Traveler Serie können in die Gegenrichtung eingedreht werden um das Packmass nochmals zu verkleinern, Voraussetzung hierfür ist, dass der Kugelkopf genug klein ist, wie z.b. ein Novoflex Classic Ball 2. Mein Kugelkopf war leider ein wenig zu gross dafür. Für mich aber kein Ausschlusskriterium da ich das Stativ auf der Rucksackseite befestige und dort genügend Platz vorhanden ist. Für alle die aber auf ein kleines Packmass Wert legen sicher ein wichtiger Punkt.
Das Stativ ist sehr leicht, es wiegt nur 1,34 kg ohne Kugelkopf und ist genügend stabil um schwere Kameras wie eine Nikon d810 oder Canon 5ds mit grossen Objektiven wie z.b. ein 200mm 2.8 zu tragen und verwackelungsfreie Bilder zu machen.
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Praxis:
Am ersten Fotospot angekommen, habe ich gleich das Stativ aufgestellt um mir einen geeigneten Standpunkt ausgesucht für den Sonnenuntergang.
Die Stativbeine lassen sich sehr leicht ohne starken Widerstand aufklappen und bleiben trotzdem bei Bewegung in Position und klappen nicht wieder zurück.
Der Drehverschluss um die Stativsegmente auszufahren lässt sich sehr einfach bedienen und ist sehr leichtläufig, es reicht aus mit der Hand alle Verschlüsse auf einmal eine halbe Umdrehung zu lösen und schon kann man die Segmente auseinanderziehen. Das ist sehr praktisch da man nicht jedes Bein und separat aufdrehen muss. Den Handling-Test hat das Stativ also hervorragend bestanden – es ist sehr angenehm zu bedienen.
Zuerst hatte ich ein wenig Zweifel an der maximalen Ausfahrhöhe, da ich die meisten Aufnahmen sowieso bodennah oder auf max 1,3 m aufnehme war die Größe gerade perfekt.
Sollte mal ein Zaun oder ein Hindernis im Weg stehen, hat man die Möglichkeit das Stativ mit voll ausgezogenen Beinen und Mittelsäule bis auf 1,54 m auszufahren, danach kommt noch der Kugelkopf und die Kamera hinzu und somit kommt man auf ca. 1,7 m was eigentlich in fast jeder Situation reichen sollte.
Als endlich mal eine klare Nacht angekündigt war, habe ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Platz gemacht um die Milchstraße zu fotografieren. Hier ist es wichtig, dass das Stativ stabil steht und keine Verwacklungen entstehen.
Auch dieser Test hat das Gitzo 2445 Traveler problemlos bestanden, sogar bei starkem Wind. Sicherheitshalber habe ich hier die untersten dünnen Segmente nicht ausgefahren, da diese der grösste Schwachpunkt sind was die Stabilität anbelangt. Im allgemeinen ist sowieso darauf zu achten, dass man immer zuerst von oben die dicken Segmente ausfährt und wenn möglich die letzten dünnen Segmente nur zum ausnivellieren benützt um einen optimalen halt zu gewährleisten. Die Gumminoppen an den Enden der Stativbeine geben optimalen Halt am Boden.
Gitzo GT 2545T (2 von 1)

Ich war in diesen Tagen auf vielen verschiedenen Untergründen unterwegs, in schlammiger Wiese, auf felsigem Gestein und sandigem See und Flussufer und habe erstaunlicherweise noch kein Dreck in den Verschlüssen.
Es empfiehlt sich trotzdem das Stativ nach einer größeren Tour zu zerlegen, zu reinigen und mit Silikon nachzufetten.
Einziger Schwachpunkt, am unteren Ende der Mittelsäule hat es einen Gummiring den ich schon innert kürzester Zeit verlor ohne dass ich es bemerkt habe. Das ist mir schon beim vorderen Stativ der 3er Serie passiert. Der Gummiring verhindert beim zusammenklappen, dass die Beine die Mittelsäule berühren und somit die Beine verkratzt werden.
Gitzo GT 2545T (1 von 1)

Fazit:
Trotz anfänglicher Skepsis wegen der Stabilität der 2er Serie war ich sehr überrascht, dass es absolut ausreicht auch für grosse Kameras mit grossen Objektiven.
Das Perfekte Stativ für Landschaftsfotografen die Wert auf geringes Gewicht und Größe sowie perfekte Stabilität und Handling legen.
Für die Reise kann es sehr kompakt zusammengelegt werden und passt in jedes Handgepäck.
Die Verarbeitung und Qualität ist gewohnt top und sofort erkennbar, wenn man es in den Händen hält.
Ein Gitzo der 3er Serie würde für mich erst wieder für ein 500 oder 600mm 2.8er Objektiv in Frage kommen da es schon sehr viel schwerer und grösser ist. Mich hat es in jeder Hinsicht überzeugt.

Über Roman Burri
Seine Leidenschaft ist die Landschafts- und Naturfotografie. Auf seinen Touren durch die Schweiz oder im Ausland hat er schon einige einzigartige Aufnahmen machen können. In einigen Workshops gibt Roman sein Wissen und die Motivation an seine Kursteilnehmer weiter. Roman ist für Einzelcoachings im Bereich Landschaft- und Naturfotografie mit anschliessender Bearbeitung in Adobe Lightroom buchbar.

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